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Noch'n Trekkingstockstativ

Klein, einfach, selbst gebaut


Es hat mich oftmals so richtig geärgert, wenn ich auf Tour bei schönen Gelegenheiten kein Stativ für bestimmte Fotos dabei hatte. Aber ein richtiges Stativ wollte und will ich weder im Boot oder im Rucksack mit mir herumschleppen und die Ministative sind mir einfach zu mini. Sie haben für mich den Nachteil, dass meistens irgendetwas da sein muss, wo man sie raufstellen kann, um die gewünschte Perspektive zu erhalten.
Auf der anderen Seite habe ich fast immer Paddel, Zeltgestänge oder Trekkingstöcke dabei. Das musste sich doch verwenden lassen! Allerdings ohne irgendwelche Veränderung an diesen Ausrüstungsgegen- ständen. Und einfach zu handhaben, ohne großen Aufwand zu bauen, leicht, klein und doch robust sollte es auch sein.
Nach längerem Herumdenken fand ich dann eine Lösung, die ich hier vorstellen möchte.

Ich möchte nur wenige (dann aber unbedingt!) Fotos mit Stativ machen. Dafür möchte ich eine Option haben und genau deshalb habe ich mir dieses Teil ausgedacht.
Würde ich relativ viele Fotos mit Stativ machen wollen, nähme ich auch mein richtiges mit. Da ginge m.E. dann kein Weg dran vorbei.
 

Material:

  • 1 HDPE- Schneidbrettchen, 10 mm stark, oder etwas ähnliches, geeignetes
  • 1 HAMA- Ministativ
  • 3 ummantelte Gummistrippen, je 25 cm
  • 1 Befestigungsschraube 3 mm
  • mit Unterlegscheibe
Als Werkzeug ist lediglich eine Stichsäge mit feinem Kurvensägeblatt, ein Bohrer, 5 mm und Sandpapier erforderlich.

Zur Anfertigung die Mustervorlage (Download hier) auf das Plattenmaterial kleben, Löcher bohren, aussägen, Kanten schleifen und Gummis anknoten - fertig.

Stativ selbst gebaut - Von der ersten Zeichnung zum fertigen Teil

IMGP7664.JPG So sah der 1. Entwurf des Trekkingstockstativs aus. Eigentlich ist es gar kein Stativ, sondern eine Vorrichtung, mit der man Trekkingstöcke, Zeltgestänge, Paddel o.ä. zu einem provisorischen, aber in den wesentlichen Anforderungen funktionierenden Stativ verbinden kann. Ich nenne die Vorrichtung "Stativkopfplatte".
IMGP7599.JPG Der 2. Entwurf. Rechts der Kopf eines HAMA- Ministativs, mit dem ich künftig die Kamera schwenkbar auf der Stativkopfplatte montieren will. Dieses Teil hat den Vorzug, dass es mit einer Schraube und ohne Umbauten auf der Platte befestigt werden kann.
IMGP7608.JPG Umsetzung des Entwurfs in ein Funktionsmodell. Für die Platte habe ich ein Schneidbrettchen aus HDPE verwendet. Die Platte habe ich einfach mit der Stichsäge ausgesägt.
IMGP7661.JPG Der 3. Entwurf - schon nahe an der endgültigen Form. Er fällt größer aus, als der 2. Enwurf. Grund: Bessere Handhabbarkeit des Stativkopfs.
IMGP7665.JPG Der 4. Entwurf - die endgültige Form. Die Aussparung in der Mitte spart etliche Gramm und das Material dort ist einfach überflüssig
IMGP7621.JPG Die fertige Stativkopfplatte, auch aus besagtem HDPE- Brettchen gefertigt. Mit den Gummis werden die Trekkingstöcke o.ä. flexibel befestigt. Der Stativkopf ist am Rand befestigt. So kann die Kamera auch für hochformatige Fotos entsprechend geschwenkt werden
IMGP7622.JPG Hier noch einmal aus anderem Blickwinkel.
IMGP7625.JPG Der Stativkopf - einfach und funktional. Ideal für dieses Projekt. Bei Spiegelreflexkameras o.ö. mit schweren Objektiven stößt er allerdings an seine Grenzen.
IMGP7627.JPG Hier die Befestigungsschraube für den Stativkopf. Wegen der Stärke des von mir verwendeten Plattenmaterials musste ich die Originalschraube (zölliges Gewinde! - ggf.ein metrisches Gewinde in den Stativkopf schneiden) durch eine etwas längere ersetzen.
IMGP7631.JPG Die Stativkopfplatte in Draufsicht.
Für Outdoorer, die auf Gewicht achten müssen: Das Teil wiegt komplett 134 g - davon geht ein Großteil auf den Stativkopf.
IMGP7636.JPG In dieser Form aufgestellt, steht das Stativ instabil. Es steht lediglich dann ausreichend stabil, wenn man nur zusammengeschobene (ca. 50 cm), dreiteilige Trekkingstöcke oder z.B. Teile davon verwendet.
IMGP7637.JPG Dreht man die Stativkopfplatte bei ausgezogenen Trekkingstöcken waagerecht ein Stück, bis die Stöcke derart verschränkt stehen, wird das Ganze recht stabil.
IMGP7642.JPG Ein wenig korrigieren und schon steht alles gebrauchsfertig.
IMGP7645.JPG Zur Feier des Tages hat meine schöne alte Rollei 35 SE ihren großen Auftritt.
IMGP7651.JPG Geschwenkt für Hochformatfotos. Auch meine deutlich schwerere Panasonic LUMIX DMC-FZ50 läßt sich für waagerechte Formate problemlos einsetzen. Im Hochformat stößt der kleine Stativkopf allerdings an seine Grenzen.
IMGP7652.JPG Noch ein paar ...
IMGP7654.JPG ... Ansichten mit ...
IMGP7656.JPG ... montierter Kamera. Natürlich kann (und soll) das Stativ ein vollwertiges Stativ nicht ersetzen. Aber im Rahmen seiner Möglichkeiten ist es sehr nützlich und sicherlich besser einsetzbar, als manch anderes Provisorium.

Zur Handhabung ein Beispiel mit Trekkingstöcken, wenn man zu zweit unterwegs ist:
- ggf. 3. Trekkingstock in Länge angleichen
- zunächst Trekkingstöcke links und rechts des Stativkopfes mit Gummis fixieren
- Stöcke nach aussen spreizen (auf dem Kopf stehendes V) und 3. Stock fixieren
- als Dreibein aufstellen und so ausrichten, das Platte einigermaßen waagerecht ist
- zur Stabilisierung Platte mit einer Hand waagerecht etwas drehen, bis die Stöcke unter der Platte                    verschränkt stehen (s. Foto unten)
- Kamera an Stativkopf schrauben, Stativ und Kamera ausrichten - fertig

Mit der kleinen Rollei auf den Fotos brauche ich etwas über eine Minute für den Aufbau, wenn alles griffbereit ist. Ausrichten dauert dann je nach Übung noch ein paar Sekunden.  
Die o.g. Vorgehensweise funktioniert analog auch mit 2 teilbaren Paddeln.

Sofern die Stöcke teilbar sind, hat man auch als Solowanderer eine Chance. Dann einfach 2 Oberteile und ein Unterteil (Spitze mit Teller nach oben) verwenden. Ist zwar nicht sonderlich komfortabel, nur ca. 40 cm hoch und eigendlich der Ausnahmefall. Habe ich ausprobiert und es funktioniert.
Das alles kann man sich natürlich sparen, wenn zufällig für das 3. Bein einen passenden Stock findet. ;-)

Ist man allein mit Zelt unterwegs, wird auch ein doppelt gelegtes Zeltgestänge (bei mir befindet sich der Gestängebeutel außen an der Rucksackseite) funktionieren. Dafür werde ich noch ein kleines, ca. 4 cm langes Futteral aus kräftigem Stoff am Gummi (Oberseite Platte) gegenüber dem Stativkopf anbringen. Beim Aufstellen werden da die oberen Enden der dünneren Zeltstangen hineingeschoben um ein Durchrutschen zu verhindern.




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  © Hartmut Henkel - erstellt: 17.12.2009